Wissenswertes rund um´s Kaninchen

 

Thema: Zähne

Autor: Robert Brungert

 

Zahnabrieb beim Kaninchen

 

 

 

Warum Wiese besser als Heu oder trocken Brot ist

 

 

 

Die meisten Kaninchenhalter wissen, dass Kaninchenzähne ein Leben lang nach wachsen. Kaninchen nutzen ihre Zähne beim Fressen ab. Das passiert im Idealfall alles von alleine, ohne, dass der Halter sich um etwas kümmern muss. Dieser Idealfall tritt jedoch nur bei einer ausgewogenen Ernährung ein, bei der Kaninchen von der richtigen Nahrung genügende Mengen vertilgen. Die richtige Nahrung ist hierbei das, was auch ein Wildkaninchen findet: Frische Gräser, frische Kräuter, Gemüse, Obst, Beeren, Zweige, Blätter und auch ein paar Samen. Der Großteil besteht allerdings aus frischem Grünzeug aller Art.

 

 

 

Frisches Grün ist weicher, nutzen die Zähne nicht mit Heu und trocken Brot besser ab? Müssen Kaninchen nicht an Holz nagen, damit die Zähne abgerieben werden? Nein, die Zähne nutzen sich weniger am Futter, als an dem Reiben der Zähne aufeinander ab. Diese Abnutzung findet dann statt, wenn die Zähne sehr intensiv genutzt werden.

 

 

 

Kaninchen haben zuerst 16, später 26 Zähne. Die Zähne wachsen ein Leben lang, auch die Backenzähne müssen abgerieben werden. Bei diesem Reiben nutzen zugleich auch die Schneidezähne etwas ab. Heu ist nicht optimal, da es zu trocken und hart ist, soll als Ergänzung und Lückenfüller dennoch immer bereit stehen. Bei frischen Gräsern und Kräutern ist das Fressen angenehmer, womit die Reibebewegung zugleich schneller abläuft. Auch das erhöht den Abrieb. Zugleich erhalten die Kaninchen viele wertvolle Vitamine und Nährwerte, die bei einem Trocknen verloren gehen. Wer seine Kaninchenernährung an dem anpasst, was Wildkaninchen finden, der ernährt Kaninchen sehr gesund und hat bei den Tieren viel weniger Zahnprobleme.

 

 

 

Kraftfutter

 

 

 

Geeignetes Kraftfutter soll nur in sehr kleinen Mengen oder nur bei einem Mehrbedarf wie Wachstum, Trächtigkeit, Säugezeit, Fellwechsel oder bei einem geschwächten Tier gegeben werden. Bei Zwergkaninchen soll ansonsten maximal ein Teelöffel Kraftfutter pro Tag gegeben werden, nicht jedes „Kaninchenfutter“ ist für Kaninchen geeignet. Es sollen keinen Mais, Weizen, Hafer oder Roggen enthalten sein. Diese Getreide sind reich an Stärke, arm an Zellulose. Für die Kaninchenverdauung ist es umgekehrt besser. Die Zellulose darf jedoch nicht zu kurzfaserig sein, wie es bei gemahlenem und gepresstem Pelletfutter sein kann. Weiterhin ist Kraftfutter als Briketts, Pellets oder auch als Körner für den nötigen Zahnabrieb zu ineffizient, wenn es als Hauptfutter gegeben wird.

 

 

 

Das Kaninchengebiss

 

 

 

Im Oberkiefer gibt es zwei vorgelagerte große Schneidezähne mit einer Längsrille und zwei dahinterliegende Stiftzähne. Im Unterkiefer wachsen zwei Schneidezähne. Die größeren Schneidezähne haben nach außen eine dickere Schmelzschicht als zur Mundhöhle. Damit schleifen sie schräg ab und entwickeln eine Schneide, die scharf bleibt. Die oberen Schneidezähne sind eher als Gegenstück zu betrachten, das Schneiden übernehmen die unteren Schneidezähne.

 

 

 

Hinter den Schneidezähnen kommt eine Lücke, dahinter die Backenzähne. Aufgrund der Gelenke und Muskulatur kann das Kaninchengebiss mit den Schneidezähnen fest beißen und schneiden, es kann mit den Backenzähnen mahlen. Die Zunge rückt die bereits abgetrennte Nahrung zu den Backenzähnen.

 

 

 

Je nach Futteraufnahme, Fehlstellung oder Zahnkrankheit findet der Abrieb statt. Wenn das Futter nicht ausgewogen ist, dann können die Schneidezähne so lange wachsen, bis das Kaninchen nicht mehr fressen kann. Man merkt es z.B. daran, dass die Tiere größere Nahrung wie Karotten nicht mehr vertilgen, da sie diese einfach nicht zwischen die Schneidezähne kriegen. Als nächsten Schritt würde das Kaninchen mit dem Fressen komplett aufhören, da die Schneidezähne so lang werden, dass eine Nahrungsaufnahme komplett unterbunden wird. Wer es wissenschaftlicher wünscht, der kann hier nachlesen.

 

 

 

Wenn der Halter einzelne Tiere nicht mehr beim intensivem Fressen von besonders leckerem oder auch dickem Futter sieht und sich noch unsicher ist, kann er sie wöchentlich wiegen. Wenn Zwerge nach drei Wochen mehr als 50 und andere Kaninchen mehr als 100 Gramm abgenommen haben, sollte in jedem Fall der Tierarzt befragt werden. Fressen die Tiere gar nicht mehr, dann geht es ohne dreiwöchiges Wiegen direkt zum Tierarzt.

 

 

 

Können die Kaninchen nicht mehr alles fressen, dann haben sie schnell Verdauungsprobleme. Wenn die Kaninchen am Po schon verschmutzt sind und der Kot anders ist, kann auch das auf mangelnden Zahnabrieb deuten.

 

 

 

Zähne kürzen

 

 

 

Man darf nicht einfach die Zähne abkneifen, da diese dabei schweren Schaden nehmen können. Leider muss der Kaninchenhalter zum Tierarzt und die Zähne abschleifen lassen.

 

 

 

Neben den Schneidezähnen kann bei unausgewogener Fütterung oder Zahnkrankheiten auch der Zahnabrieb der Backenzähne anders sein. Das Kaninchen schont einige Zähne oder nutzt einige Zähne nicht auf ganzer Fläche ab. Es können Ecken stehen bleiben, die immer größer werden und im Mundraum zu Verletzungen führen. Auch das kann dem Tier großen Schaden zufügen. Weiterhin können die Zähne auf andere Weise erkranken und beim Fressen Probleme bereiten. Wenn das Abschleifen bei optimierter Fütterung nicht lange hilft, dann müsste der Tierarzt die Zahnprobleme ergründen, um sie beheben zu können.

 

 

 

Woher das ganze Frischfutter nehmen?

 

 

 

Wer nur einen kleinen Garten oder gar keinen hat und in der Stadt wohnt, der fragt sich: Woher nehme ich frische Wiese, frische Kräuter und anderes Frischfutter? Alle Kaninchenhalter fragen sich, woher sie dieses im Winter nehmen. Es ist wichtig, dass man irgendwo Zugang zu einer unbelasteten Wiese hat, die möglichst wild wächst, um hier regelmäßig frisches Grün zu holen. Wenn dieses nicht zu dick geschichtet wird, kann es in einer Tüte im Kühlschrank für wenige Tage gelagert werden. Wer seine Wiese im Herbst nicht mäht, der kann auch im Winter mal etwas frisches Grün rein holen. Das Wildkaninchen gräbt sogar den Schnee weg, um an die Halme zu kommen. Weiterhin können Reste vom Küchengemüse für Kaninchen sehr schmackhaft sein. Es darf jedoch nicht alles gegeben werden. Weiter Infos zur Kaninchenfütterung finden sich hier.

 

 

 

Es ist wie bei der Hundehaltung, dass man es sich nicht so einfach machen kann: Kaninchen brauchen auch im Winter wenigstens etwas Frischfutter, der Halter muss sich also in Bewegung setzen. Er muss immer darauf achten, dass dieses Frischfutter nicht verdorben ist und soll deswegen alle paar Tage wieder los.

 

 

 

Der Vorteil für die Verdauung

 

 

 

Die Kaninchenverdauung reagiert sehr empfindlich auf falsches Futter oder eine plötzliche Futterumstellung. Man kann nicht diese Woche nur Heu, nächste Woche nur Pellets und dann nur Wiese geben. Futterumstellungen von einer auf eine andere Fütterungsart dürfen nur langsam vorgenommen werden. Für die bessere Verdauung sind wie für den Zahnabrieb viel frische Wiese, frische Kräuter und anderes Frischfutter als Beifutter perfekt. Es darf deswegen aber nicht alles verfüttert werden. Bei Frischfutter selektieren die Tiere meist von alleine, was liegen bleibt wird eben aus der Futterliste gestrichen. Dennoch sollte man sich die ein oder andere Futterliste im Web anschauen, um zu wissen, was in keinem Fall gegeben werden darf. Avocados sind in jedem Fall giftig sowie Zitrusfrüchte, Zwiebeln oder Kartoffeln sich für Kaninchen nicht eignen.

 

 

 

Es ist jedoch nicht so schwierig, wenn man sich einmal in das Thema einarbeitet. Soviel dürfen die eigenen Kaninchen vom Halter immerhin noch erwarten.

 

 

 

 

 

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                                                                                 UPDATE meiner Seite  19.10.2018

                                                    

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